Ein ungeimpfter Hund kann im Ernstfall vom Veterinäramt getötet werden – selbst ohne Symptome
Trotz Tollwutfreiheit bleibt die Impfung wichtig, um Mensch und Tier zuverlässig zu schützen.
Der aktuelle Tollwutfall in Rheinland-Pfalz zeigt, warum dieses Thema weiterhin wichtig ist. Ein aus Russland importierter Welpe wurde im Februar positiv auf Tollwut getestet und starb in Quarantäne. Deutschland gilt zwar seit 2008 als frei von klassischer Tollwut, dennoch können einzelne Fälle durch importierte Tiere weiterhin eingeschleppt werden. Genau deshalb bleibt die Tollwutimpfung ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge.
In unserer Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam werden wir immer wieder gefragt, warum diese Impfung notwendig ist – schließlich gibt es aktuell keinen Tollwutausbruch bei Wildtieren in Deutschland. Die Antwort ist einfach: Tollwut gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Sie ist eine Zoonose, kann also von Tier auf Mensch übertragen werden, und verläuft nach Ausbruch der Symptome nahezu immer tödlich. Was viele Hundehalter nicht wissen: Wenn ein tollwutverdächtiges Tier Kontakt zu anderen Hunden hatte, prüft das Veterinäramt den Impfstatus der Kontakttiere. Ist dieser nicht gültig, können – zum Schutz der öffentlichen Gesundheit – sehr strenge Maßnahmen angeordnet werden.
Gerade Hunde, die regelmäßig mit Menschen arbeiten – wie Therapiebegleithunde – sollten deshalb einen lückenlosen und gültigen Impfschutz haben. Sie haben engen Kontakt zu vielen Menschen, darunter auch besonders schutzbedürftige Personen. Die Tollwutimpfung schützt also nicht nur deinen Hund, sondern auch die Menschen, mit denen er arbeitet – und im Ernstfall sogar sein eigenes Leben.
Quelle: Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit – Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Aktuelles zur Tollwut in Deutschland
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M.I.T.T.T.